Junges Ehrenamt

Sportorganisationen stehen bei jungen Menschen hoch im Kurs. Bereits der erste deutsche Kinder- und Jugendsportbericht aus dem Jahre 2003 stellte heraus, dass vier von fünf Heranwachsenden im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend Mitglied in einem Sportverein sind und zwar für eine durchschnittliche Dauer von acht Jahren.

Der Organisationsgrad im Vereinssport liegt bei Heranwachsenden in der Altersgruppe zwischen vier und zwölf Jahren bei 60 bis 70 %. Aber auch für Jugendliche (Altersgruppe 12 bis 18 Jahre) hat der Sportverein noch eine hohe Anziehungskraft. Jeder Zweite ist Mitglied eines Sportvereins. Damit wird unterstrichen, dass die Jugendarbeit der Sportvereine im außerschulischen Bereich mit weitem Abstand zu anderen Anbietern über die Hälfte der Kinder und Jugendlichen erreicht und - zumindest über einen längeren Zeitraum - an sich bindet.

Weiterhin stellt der Bericht heraus, dass sich ein Viertel aller Jugendlichen durch freiwillige, unbezahlte Tätigkeit in ihren Vereinen engagieren. Ihre generelle Bereitschaft zum uneigennützigen Engagement, u.a. im informellen Bereich, ist sehr hoch, besonders dann, wenn sie darin auch einen persönlichen Sinn erkennen können.

Dabei geht auch es um eine stärkere Demokratisierung des gesellschaftlich bedeutenden Bereiches Sport. Das Lernen von Demokratie (also der Erwerb von Kompetenzen zum zivilgesellschaftlichen Handeln) und das Leben in der Demokratie (also die konkrete Einübung in die Praxis demokratischer Lebensführung und Strukturen) sind das beste Mittel und eigentliche Ziel bei der Auseinandersetzung mit Politikverdrossenheit.

Die Gewinnung von jungen Menschen für freiwilliges bzw. ehrenamtliches Engagement in Sportorganisationen und darüber hinaus als Interessenvertreter auch in der Politik bedarf vor diesem Hintergrund zeitgemäße Angebotsformen zur Beteiligung. Die Sportorganisationen müssen sich auf diesem Gebiet verändern, weiterentwickeln und neue Wege und Experimente wagen. Es gibt dafür kein Patentrezept. Jungen Menschen müssen dafür Selbständigkeit, Freiräume und Begleitung gegeben werden, um ihre vorhandenen Potentiale unter der Prämisse "Jugend für Jugend" entfalten zu können.

Die Sportjugend NRW sucht dem Rechnung zu tragen, indem sei den Gedanken der Netzwerkarbeit unter ehrenamtlich engagierten Jugendlichen fördert. Praktisch umgesetzt wird das in Projekten wie dem Jugendsprecher-Team (J-Team NRW) oder über die Plattform "ImpulsSport - für junges Ehrenamt". Näheres dazu auf den ensprechenden Webseiten unter den Menüpunkten links in der Navigation.

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