Vorbildlicher JC 71 Düsseldorf

Der Düsseldorfer JC 71 ist ein Judoverein, der den anspruchsvollen Anforderungen in der Kinder- und Jugendarbeit mit Kreativität und Engagement begegnet. Dafür wurde er im Rahmen des RWE-Wettbewerbs "Bildungspartner Sportverein" bereits ausgezeichnet. Mit ihrem Konzept setzten die Ehrenamtlichen des JC 71 auf Partizipation, Kooperation und Förderung.

Ausgezeichnetes Engagement

Die Kinder- und Jugendarbeit in unseren Sportvereinen wird immer komplexer. Die Vereine müssen sich zukünftig auf eine Doppelrolle vorbereiten: Auf der einen Seite sind die traditionellen Sportangebote zu sichern, die Heranwachsende in Bewegung bringen. Auf der anderen Seite gilt es, auf die dynamische Bildungslandschaft zu reagieren. Das bedeutet auch, offen für Kooperationen mit Schulen und Kindertagesstätten zu sein.

Beim JC 71 gehen rund 350 Jungen und Mädchen gehen auf die Matten. „Wir setzen unser erfolgreiches Konzept seit fast zehn Jahren in unserem Trainingszentrum in Hilden um. Dank guter Kooperationen mit dem SSB, dem Sportamt und dem Sportinternat ,athletica‘ bringt unser Engagement auch hier in Düsseldorf schon den gewünschten Erfolg“, erklärt Harald Neuhaus. Der 54-Jährige ist nicht nur der sportliche Leiter des Klubs, sondern selbst zweifacher deutscher Judo-Meister und frisch gebackener Träger des sechsten Dan.

Das Düsseldorfer Konzept fußt im wesentlichen auf drei Säulen:

Kinder- und Jugendarbeit fest verankert

Erstens ist die starke Verankerung von Kinder- und Jugendarbeit im Verein eine Grundvoraussetzung. „Sie ist in unserer Satzung festgeschrieben“, betont Neuhaus: „Da es auch kleinere Gruppen anderer Sportarten in unserem Verein gibt, gestalten wir die Kinder- und Jugendarbeit abteilungsübergreifend.“

Auch die Partizipation der Jugendlichen wird groß geschrieben. „Zum Beispiel präsentieren Jugendliche unseren Verein beim jährlichen ,Japantag‘. Selbst organisierte Projekte runden die aktive Mitarbeit unseres Nachwuchses ab“, so Neuhaus.

Kooperation mit Bildungsträgern

Zweitens spielt die Kooperation mit verschiedenen Bildungsträgern eine Hauptrolle: Der JC 71 vermittelt den Kindern eines anerkannten Bewegungskindergartens den Spaß am Sport und bringt die Schülerinnen und Schüler an einer Grundschule, einer Realschule, vier Gymnasien und einem Berufskolleg in Bewegung. Dabei stoßen unterschiedliche „Mitgliedschaftsmodelle“ auf positive Resonanz.

„Wir haben mit den verschiedenen Betreuungsangeboten sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn man als Verein viel Engagement zeigt, dann ziehen die Schulen auch voll mit“, weiß Harald Neuhaus.

Ein wichtiger Aspekt ist die Qualifizierung von engagierten Jugendlichen im Verein: Beim JC 71 sind derzeit 16 selbst ausgebildete Juniortrainer und Trainerassistenten im Einsatz. Das ist die Hälfte aller im JC 71 tätigen Trainer. Sie sind sowohl im Verein als auch bei den Kooperationspartnern (als „junge Multiplikatoren“) im Einsatz. Außerdem erstreckt sich die Qualifizierung auf außersportliche Bereiche: Die Jugendlichen bringen sich kreativ bei der Gestaltung der Homepage und Klubzeitung ein.

Förderung von Talenten

Drittens steht auch die leistungssportliche Nachwuchsförderung im Fokus: Kinder, die durch Kooperationen zum Judo gekommen sind, kommen mit Vorkenntnissen zum Vereinstraining und erhöhen das Niveau. Besonders begabte Talente genießen die Förderung in der so genannten Olympiagruppe.

Die Bildung von Schulmannschaften, die bei „Jugend trainiert für Olympia“ teilnehmen, dient als weiterer Einstieg in den Wettkampfsport.

Text und Fotos: Rüdiger Zinsel

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