Tag der Freiwilligentätigkeit

Engagement zeigen – Kompetenz erwerben!

„Geben wir dem freiwilligen Engagement im Sport den Stellenwert, den es verdient?!“ – Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Tag der Freiwilligentätigkeit im Sport“ in Oberhausen. Dazu hatten die Sportjugend NRW und die Deutsche Sportjugend am 23. September gemeinsam eingeladen.

Rund 400 Besucherinnen und Besucher kamen, um sich von der wachsenden Bedeutung des freiwilligen Engagements für den Sport und für die Gesellschaft zu überzeugen. „Ich habe miterlebt, wie ehrenamtliches Engagement im Sport mehrere Generationen geprägt hat“, sagte Walter Schneeloch: „Ich gebe allen jungen engagierten Mitarbeitern voller Überzeugung mit auf den Weg: Freiwilliges, ehrenamtliches Engagement lohnt sich. Sei es im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im neu geschaffenen Bundesfreiwilligendienst. Es fördert die eigene Persönlichkeitsentwicklung, und unsere Vereine und Verbände gewinnen qualifizierten Nachwuchs“, betonte der Präsident des Landessportbundes NRW.

Zu den Gästen zählten vor allem ehrenamtlich Engagierte und Freiwillige aus Sportvereinen. Neben Vertretern aus Vereinen, Stadt- und Kreissportbünden sowie Fachverbänden trafen sich auch viele aktuelle und ehemalige Absolventen der Programme „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) und „Bundesfreiwilligendienst“ (BFD) im Sport. Vertreter aus Sport und Politik diskutierten frühere, aktuelle und zukünftige Rahmenbedingungen und Chancen freiwilliger Tätigkeit im Sport.

In die Zukunft schaute der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss: „Es ist wichtig, dass die jungen Freiwilligen dem Sport dauerhaft erhalten bleiben! Sich zu engagieren und Spaß dabei zu haben, ist einfach eine ,geile Sache‘!“ Und Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erklärte: „Das Freiwillige Soziale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst ergänzen sich. Beide bieten die Möglichkeit, Lebens- und Sozialkompetenz zu erwerben. Wir haben bundesweit aktuell 39.000 FSJ’ler und 18.000 BFD’ler. Auf diese Zahlen bin ich stolz.“ Außerdem versprach Hecken finanzielle Planungssicherheit für das im September begonnene „Freiwilligenjahr“.

Erich Sass vom Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/TU Dortmund stellte die Ergebnisse zweier Studien vor: Erwachsene, die sich in ihrer Jugend freiwillig engagiert haben, weisen mehr soziale Kompetenz und Kontakte sowie höhere Bildungsabschlüsse auf als Nicht-Engagierte. Außerdem führt freiwilliges Engagement im Jugendalter zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, sich auch als Erwachsener ehrenamtlich zu engagieren.

Niedrigere Bildungsschichten erreichen!

Eine Erkenntnis der vorgestellten Studie und der Diskussionsrunden lautet aber auch: Es engagieren sich primär die Jugendlichen freiwillig, die über entsprechende Kompetenzen (Intelligenz, soziales Verhalten) verfügen. Daraus lässt sich eine Forderung ableiten, die die zukünftige Arbeit rund um die Freiwilligentätigkeit im Sport mit prägen wird: Es gilt, auch die Zielgruppe der niedrigeren Bildungsschichten für freiwillige Tätigkeiten zu motivieren!

„Es ist wichtig, frühzeitig mit der Partizipation zu beginnen und frühzeitig Qualifizierungen für junge Menschen zu schaffen.“ Darin waren sich Rainer Ruth, kommissarischer Vorsitzender des Vorstands der Sportjugend NRW und Werner Stürmann, Abteilungsleiter Sport im NRW-Sportministerium einig. Sie diskutierten in der Gesprächsrunde „Impulssport – für junges Ehrenamt“.

Abgerundet wurde der „Tag der Freiwilligentätigkeit“ mit mehreren Workshops. „Lass‘ mich in Ruhe!“ – „Kein Bock!“ – „Lass‘ das doch die Anderen machen…!“ – Solche Antworten und vermeintliche „Gründe“, etwas Sinnvolles nicht zu tun, standen zum Beispiel im Workshop „Motivation zur Freiwilligentätigkeit“ im Mittelpunkt. Dieser war nur einer von insgesamt 22 informativen Arbeitskreisen.

Für vorbildlich kreative und nachhaltige Freiwilligentätigkeit steht die 20-jährige Julia Frieling: Als FSJ’lerin des SSB Hamm entwickelte sie das „Mini-Sportabzeichen“ für Kinder unter acht Jahren. Gerade in diesem Alter ist es wichtig, Bewegung und Koordination zu fördern. Deshalb wird dieses aus der freiwilligen Arbeit junger Menschen entstandene Projekt auch in Zukunft fortgeführt.

 

Text: Rüdiger Zinsel
Foto: Andrea Bowinkelmann

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