Artikel

Zu zweit geht alles besser

07.02.2017


Franzi und Mahmoud sind ein „Tandem“


Mit einem innovativen Projekt knüpft der Solinger Sportbund (SSB) ein Netzwerk zwischen Sport und Flüchtlingsunterkünften. Und anderen, die in der Integrationsarbeit aktiv sind. Das Herzstück: „Tandems“ aus Freiwilligen im Sport und Geflüchteten.

19-jährige Franzi Trimborn und der 33-jährige Syrer Mahmoud Alkhateeb bilden eines von fünf Tandems, die Pionierarbeit für den Sport nicht nur in Solingen leisten. „Sie sind Wegbereiter für ein Netzwerk in der Stadt“, erläutert Mirella Kuhl, LSB-Referentin und Fachkraft für Integration beim SSB, „sie knüpfen Kontakte zwischen Vereinen, Flüchtlingsunterkünften, Schulen und Initiativen. Bringen Menschen von der einen und anderen Seite zusammen und fördern so den Integrationsprozess.“

Die Leute freuen sich über die Hilfe
Franzi Trimborn erinnert sich an eine ihrer ersten Aktivitäten: „Das war in einer Unterkunft im Nordwesten Solingens. Die Sozialarbeiterin dort hat sich sehr gefreut, dass wir Kontakt gesucht und unsere Angebote vorgestellt haben.“ Ebenfalls sei man mit einem Flüchtlingscafe in Kontakt getreten und schon in einer Grundschule gewesen. „Bis jetzt haben wir nur positive Erfahrungen gemacht“, bilanziert sie. „Die Leute freuen sich, dass wir Hilfe anbieten.“

Integration auf zwei Ebenen
Mit dem „Tandem-Projekt“ schließt der SSB eine Lücke, die vielen Bünden und Kommunen auf den Nägeln brennen dürfte. Denn oft können die Möglichkeiten zwischen dem Sport und anderen Integrations-Initiativen nicht ausgeschöpft werden. Und es hat gleich zwei tolle Seiten: Einmal wirkt es durch die fünf Teams großflächig in die Kommune hinein. Andererseits fördert es einen Integrationsprozess innerhalb des jeweiligen Duos. Man erlebt gemeinsam etwas, lernt sich kennen, baut etwas auf. Mahmoud, der aus Syrien fliehen musste und aktuell noch einen Sprachkurs absolviert, sieht in der Mitarbeit auch eine ganz persönliche Chance: „Man kann nicht in einem Land leben, ohne Kontakt zu haben und die Kultur zu kennen.“

Kontakte anbahnen
Seit September vergangenen Jahres läuft das Projekt und ist in Zusammenarbeit mit der Stadt entstanden. Umgesetzt wird es in Kooperationen mit fünf Sportvereinen in fünf Stadtteilen. Die Vereine fungieren dabei als „Homebase“ der Tandems. Für Franzi und Mahmoud ist das der Oligser TV. Darüber hinaus schauen sie in andere Vereine im Umfeld und versuchen zum Beispiel Volleyballgruppen aus verschiedenen zusammen zu bringen.

Tandems sind Dreh- und Angelpunkt für ein Netzwerk
„Die Freiwilligen-Gruppe ist ein Herzstück geworden, mit dem ich sehr viel Arbeit umsetzen kann. Fünf Teams sind schon eine Hausnummer“, stellt Mirella Kuhl fest. Die Tandems entwickeln sich zu einem Dreh- und Angelpunkt mit großem Einblick in die Vereine. Sie lernen deren Möglichkeiten und die handelnden Personen kennen. Schlussendlich könnten Franzi und Mahmoud eigene Bewegungs-Angebote durchführen, ein Lauftreff zum Beispiel. Schließlich haben die beiden zu Beginn im Rahmen ihrer Tandem-Karriere den ÜL-C-Schein gemacht.

Den vollständigen Artikel „Die Kontaktvermittler“ von Michael Stephan lesen Sie in der Februar-Ausgabe der „Wir im Sport“.

Fotos: Michael Grosler